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Drei zukunftsweisende Themenfelder sind zu bearbeiten

Raddestorf: „Wir müssen das Vertrauen der Landwirte zurückgewinnen und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, um die Zukunft unserer landwirtschaftlichen Familienbetriebe zu sichern“, machte der CDU-Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke, während seines Besuches beim CDU-Samtgemeindeverband Uchte deutlich. Drei große Themenfelder gilt es daher in der Landwirtschaft daher unbedingt zu bearbeiten, die Bodenbewirtschaftung und was damit verbunden ist, die Tierhaltung und das Leben im ländlichen Raum. Die heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Karsten Heineking aus Warmsen und Dr. Frank Schmädeke aus Heemsen hatten den Kontakt zu ihrem Landtagskollegen und stellv. Fraktionsvorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion  hergestellt und ihn zur Veranstaltung „Grünkohl und Politik“ in den Südkreis eingeladen.

Jörn Pralle, Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbandes freute sich, dass er im Gasthaus Büsching in Raddestorf zahlreiche interessierte Gäste aus Politik und Verwaltung begrüßen konnte. Mit den Worten: „Es war eine gute Entscheidung, sich für diese Veranstaltung anzumelden und heute Abend neben Informationen aus der Landespolitik und Landwirtschaft auch den schmackhaften Grünkohl zu genießen, diesem unschlagbar gutem Gemüse“. Mit bei der Veranstaltung dabei waren auch der Uchter Samtgemeindebürgermeister Reinhard Schmale, Kreisjägermeister Klaus Twietmeyer aus Hilgermissen und der Vorsitzende der Jägerschaft Nienburg, Ralf Eickhoff aus Landesbergen sowie Henrich Meyer zu Vilsendorf von der Landwirtschaftskammer Nienburg.

Die Landwirtschaft steht vor einem großen Strukturwandel. Dammann-Tamke ging zunächst auf die weltweite Situation in der Landwirtschaft ein. Der Zuwachs der Weltbevölkerung wird gerade auf dem afrikanischen Kontinent  stark ansteigen. Um die Ernährung der Menschen mit landwirtschaftlichen Produkten sicherzustellen und zudem eine zukunftsfähige Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe gewährleisten zu können, ist für die Ernährungserzeugung der Produktionsfaktor Boden von großer Bedeutung. Jeder Landwirt, der sich in der Tierhaltung weiter entwickeln will, muss entsprechende Bodenflächen für die Bewirtschaftung vorweisen können. Und so ging Dammann-Tamke auf die Bodenbearbeitung und auf das geltende Gesetz zur Düngeverordnung ein. Er bezeichnete es als das Megathema in den nächsten fünf Jahren. Unsere hoch qualifizierten Landwirte müssen nach diesem Gesetz arbeiten können und nicht ständig immer wieder neue Beratung für die Umsetzung des Gesetzes benötigen.

Zudem muss Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft hinsichtlich der Tierhaltung schaffen, die den Bauern eine wirtschaftliche Sicherheit für die nächsten Jahre bietet. Ansonsten werden wir Schwierigkeiten bekommen, Landwirte zu finden, die bereit sind, in ihre landwirtschaftlichen Betriebe zu investieren. Wir benötigen einheitliche Haltungssysteme, und wenn die Gesellschaft mehr Tierschutz möchte, werden die Landwirte das auch gewährleisten. Die Voraussetzungen der Rechtssicherheit aber müssen seitens der Politik geschaffen werden.

Mit dem dritten wichtigen Themenbereich ging der Landespolitiker auf die Lebensqualität im ländlichen Raum. In einigen Gebieten Niedersachsens wird der Bevölkerungsrückgang in den nächsten Jahrzehnten bei 25 Prozent liegen. Wir müssen aufpassen und gegensteuern, damit die Lebensqualität für ältere und junge Menschen hier erhalten bleibt. Die Digitalisierung spielt daher in den ländlichen Regionen eine enorm wichtige Rolle. Sie wird das Leben auf dem Land und in der Landwirtschaft stark verändern und wird die Landwirte in die Lage versetzen, Ackerbau noch effizienter zu betreiben.

Auch das Thema Wolf blieb an diesem Abend nicht gänzlich außen vor. Dammann-Tamkes Prognose aus dem Jahr 2010, hat sich bestätigt. Die Spezis Wolf hat sich relativ schnell in unserem Land vermehrt und hat vielen Nutztierhaltern zwischenzeitlich unendliches Leid gebracht. Wir können nicht die gesamten Weiden und Deiche einzäunen. Aber wir können es auch nicht zulassen, dass der Wolf Schafe und andere Tiere reißt. Somit ist es dringen geboten, festzulegen, mit wie vielen Rudeln Wölfen wir leben wollen.