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Hannover: Anlässlich des diesjährigen Kreisturntages hatte der MTV’ler Hans-Jürgen Harting aus Diepenau die komplizierte und aufwendige Bearbeitung der Steuererklärung für Vereine angesprochen. Harting kritisierte die sehr umfangreiche und zudem unübersichtliche Formularflut, die es für Vereine bei der Steuererklärung auszufüllen gilt. Es geht um die Körperschaftsvordrucke, die seit 2017 seitenzahlmäßig sehr zahlreich geworden sind.

Der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Karsten Heineking aus Warmsen hat sich des Problems angenommen und mit einer entsprechenden Eingabe beim Niedersächsischen Finanzministerium nachgefragt, warum es denn 18 Seiten mit unzähligen Fragestellungen sein müssen, die von den Vereinen ausgefüllt werden sollen. Gemeinsam mit seinem Landtagskollegen Dr. Frank Schmädeke hat Karsten Heineking das Thema  mit Finanzminister Reinhold Hilbers erörtert.

„Es hat gedauert, doch nun liegt eine erste Stellungnahme des Finanzministeriums vor. Das Ministerium hat dahingehend informiert, dass im Zuge eines Pilotprojektes des Bundes ab dem Jahr 2017 Vordrucke für die Körperschaftssteuer bundeseinheitlich verändert worden sind“, so Heineking.

„Ziel der Veränderung sollte die Vereinheitlichung und zudem eine bessere elektronische Verarbeitung der Steuererklärungen sein“, erläutert Dr. Frank Schmädeke.

Während es früher verschiedene Vordrucke für die unterschiedlichen Körperschaften gab, so gibt es zwischenzeitlich nur noch einen einheitlichen Erklärungsvordruck, in dem alle Fälle zusammengefasst sind. Dieser hat eine Vielzahl von Anlagen, die einen gemeinnützigen Verein in der Regel gar nicht betreffen. Doch bei den Vereinen haben die neuen Formulare zu starker Verunsicherung beigetragen.


Leider hat Niedersachsen auf die Gestaltung der Formulare nur begrenzten Einfluss. Doch das Ministerium ist der Eingabe des Abgeordneten nachgegangen und hat einen Bericht beim Landesamt für Steuern in Niedersachsen (LStN) angefordert, um Erkenntnisse aus der Praxis zu bekommen. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Finanzämter aktuell erhebliche Hilfestellungen für die Vereine beim Ausfüllen der Formulare leisten. Doch das Ministerium geht davon aus, dass die elektronische Erklärungsabgabe künftig besser gesteuert wird, die eine Bearbeitung sowohl für die Steuerpflichtigen als auch für die Finanzämter erleichtern. Finanzminister Reinhold Hilbers ergänzt: „Um aber möglichst Abhilfe für die Problematik zu schaffen, hat das Ministerium das LStN gebeten, ein Merkblatt zu erstellen, das den Vereinen und anderen Institutionen als Anleitung und bessere Handhabung beim Ausfüllen der Vordrucke dienen soll.“

„Wir dürfen die Vereine mit diesem Problem nicht allein lassen, die Ehrenamtlichen leisten eine sehr wertvolle und hervorragende Arbeit im Vereinsgeschehen. Lange wird schon vom Abbau bürokratischer Zwänge gesprochen, doch in der Praxis sieht es immer noch anders aus“, verdeutlicht Heineking abschließend.