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Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann und Bundestagskandidat Christopher Wuttke besuchen Haupt- und Realschule in Steimbke

Hauptschule PLUS - ein Konzept mit Sinn und Zukunft

Steimbke/Wendenborstel. Eine besondere Ehre kam der Haupt- und Realschule Steimbke am Montag zuteil, denn die niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) hatte sich ebenso zu einem Besuch angekündigt wie der CDU Bundestagskandidat Christopher Wuttke. Willkommen geheißen wurden sie von der Schuldezernentin des Landkreises Nienburg Arnhild Nitschke, vom CDU Kreisvorsitzenden Jan Ahlers MdL und der Schulleiterin Ulrike Karsch sowie von zahlreichen Gästen, Lehrern und vor allem Schülern, die auch gleichzeitig für das leibliche Wohl in Form von Getränken und Leckereien sorgten. Zu den rund 40 Gästen gehörten, Landrat Heinrich Eggers (CDU), Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann, Kreisschulausschussvorsitzender Henry Koch, Bürgermeister Friedrich Andermann und der stellv. Landrat Klaus Dera.

Seit dem 01.08.2009 gehört die HRS Steimbke zu einer von fünf Hauptschule PLUS-Schulen in Niedersachsen berichtete die Schulleiterin Ulrike Karsch stolz – hiervon konnte sich die Kultusministerin persönlich überzeugen. Sie lobte die Lehrerschaft als auch die Schüler und Eltern, die dieses zukunftsträchtige Konzept mit Leben und Inhalt füllen. „Hauptschule PLUS ist ein System mit Sinn und Zukunft“, so Heister-Neumann.

Beim neuen Schulsystem geht es darum, dass eine Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen Nienburg eingegangen wurde. Hier haben die Hauptschüler die Möglichkeit in unterschiedlichen handwerklichen Bereichen, wie z.B. in der Holz- und Metallbearbeitung, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen – „eine Förderung auf hohem Niveau, die nur aufgrund des guten Zusammenspiels der beiden Schulen funktioniert“, waren sich Frau Heister-Neumann und Frau Karsch einig.

Nach der Besichtigung des Schultraktes lud der CDU Kreisverband Nienburg um Jan Ahlers alle Gäste herzlich zum Kaffeetrinken mit Diskussion und Vortrag der Kultusministerin in das Gasthaus Beermann nach Wendenborstel ein.
Zu dem Thema „Wir haben die Kraft – Gemeinsam für ein starkes Deutschland! Gemeinsam für ein starkes Niedersachsen!“ machte Frau Heister-Neumann deutlich, dass die CDU geführten Bundesländer besser aufgestellt seien als andere, deren Regierung aus Sozialdemokraten bestehe. „Die Weichen bei den Bundestagswahlen am 27.09. eine bürgerliche Mehrheit aus CDU und FDP zu erreichen sind gestellt“, so Heister-Neumann.

In ihrem Vortrag ging die Kultusministerin auch auf die harsche Kritik der GEW vor den Sommerferien ein – es wurden chaotische Zustände an den niedersächsischen Schulen propagiert – nichts davon sei jedoch eingetreten, es ist ruhig und die Unterrichtsversorgung ist sichergestellt. Sie lobte die Lehrer, die in Reformzeiten immer noch mit viel Engagement und Leidenschaft ihren Schuldienst nachgehen, sich einbringen und die Schulen zukunftswirksam mitgestalten. Frau Heister Neumann machte deutlich, dass man die Schulen bei den Verwaltungsaufgaben entlasten möchte, jedoch durch freiwerdende Ressourcen wegen des Schülerrückganges kein Abbau von Lehrkräften vorsieht.

Auch das positive Hauptschule PLUS Konzept wurde näher beleuchtet. Die KGS in Neustadt ist bereits ein gutes Beispiel dafür, dass dieses Konzept funktioniert. 1/3 der Hauptschule PLUS Abgänger bekommen direkt eine Ausbildungsstelle. „Wir wollen keinen Abschluss ohne Anschluss“, meinte die Kultusministerin. Hauptschüler bekommen neue Chancen sie werden dort gefördert in dem es für sie Sinn macht und am Wichtigsten ist – in der Praxis. Elisabeth Heister-Neumann entgegnete der Idee der SPD, die Bildungspolitik soll in die Hände des Bundes gelegt werden mit einem klaren Nein. Über die Kultusministerkonferenz der Länder würde ein regelmäßiger Austausch stattfinden. Die Verabredung der Länder untereinander sei besser, als vorgeschriebene Wege der Bundesregierung umzusetzen.

Auch der Bundestagskandidat für den Wahlkreis Nienburg – Schaumburg Christopher Wuttke machte Werbung für das Konzept Hauptschule PLUS. „Es ist immer besser, wenn Lehrer vor Ort Projekte anschieben, entwerfen und betreuen, als dass es von oben herab vorgeschrieben wird, dann funktioniert auch eine bedarfsgerechte Förderung“, so Wuttke. Mit dem Konzept Hauptschule PLUS können mehr Facharbeiter und Fachkräfte ausgebildet werden, sie sollen Theoretisches erfahren und Praktisches erleben, damit sie spüren in der Gesellschaft etwas wert zu sein. „Wir wollen keine Einheitsausbildung wie SPD und Linke, die nur aus Gesamtschulen besteht, sondern eine individuelle Förderung im dreigliedrigen Schulsystem“, so Wuttke abschließend.

Landrat Heinrich Eggers ging auf die Situation im Landkreis Nienburg ein. 2008 wurden 1500 Schülerinnen und Schüler in die 5. Klasse entlassen in 2018 werde es aller Voraussicht nach nur noch 980 sein. Landesweit werden die Schülerzahlen bis 2015 regional unterschiedlich von um 20% bis 25% einbrechen. „Keiner von denen, die eine IGS fordern sagen uns was dann z.B. mit den Schulen in Steimbke und Heemsen passieren soll, kommunales Leerstandsmanagement würde dann eine neue Bedeutung bekommen“, meinte Eggers. Den Menschen in unserem Landkreis muss aufgezeigt werden, wie sich die Schülerzahlen in den nächsten Jahren entwickeln werden und was dies für die Schulstandorte im Landkreis Nienburg bedeutet, wenn Forderungen nach einer IGS immer größer werden.

Zum Schluss der Diskussion gab Elisabeth Heister-Neumann noch bekannt, dass die neue Schulverordnung des Landes Niedersachsen die Bedingungen des ländlichen Raumes berücksichtigen wird und dadurch eine bessere Möglichkeit zum Erhalt der Schulen im ländlich strukturierten Landkreis Nienburg besteht.