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Uchte. Die allgemeinärztliche Versorgung in den Kommunen Uchte und Stolzenau ist nach Auffassung von Dr. Günter Strobach aus Warmsen in den nächsten Jahren noch gesichert, aber in 10 Jahren könnte es problematisch werden. Aus diesem Grund hat der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Karsten Heineking die Niedersächsische Staatssekretärin Dr. Christine Hawighorst zu einem Gedankenaustausch ins CuraZentrum eingeladen. Gemeinsam mit der Samtgemeindeverwaltung, Vertretern des CuraZentrums und heimischen Kommunalpolitikern diskutierte der Gast aus Hannover in Uchte.

Nach der Begrüßung und einem Rundgang durch das Pflegezentrum mit qualifizierter Begleitung durch Heimleiterin Vera Bundgaard und Pflegeleiterin Annegret Bult erläuterten Uchtes Pastor Burkhard Meyer-Najda als Aufsichtsratsvorsitzender der Diakonie Sozialstation Uchte gemeinsam mit der Leitung des CuraZentrums die Problematik der Pflegesätze in Niedersachsen sowie die schwierige Suche nach examinierten Fachkräften und die Forderung nach Mindestlöhne für Pflegepersonal.

Staatssekretärin Dr. Hawighorst machte deutlich, dass Pflegeberufe gerade für junge Menschen attraktiver werden müssen. Niedersachsen wird sich im Bereich der Pflege stärker auf den Ausbau der Kurzzeit- und Tagespflege konzentrieren, weil entsprechende Einrichtungen helfen, einen dauernden Pflegeaufenthalt im Heim zu vermeiden oder ihn zumindest hinauszögern.  Dr. Hawighorst möchte die Pflege in Niedersachsen mit einem Pflegepaket systematisch stärken. Dieses Paket umfasst z.B. die pauschale Förderung von Ausbildungsplätzen, Übernahme von Weiterbildungskosten, Förderung von praxisorientierten Schulungen und Fortbildungsangeboten, Eingliederung von Berufsrückkehrern, Förderung von Selbsthilfegruppen sowie das Durchführen einer Imagekampagne und das Starten eines Ideenwettbewerbes. Die bereits eingerichteten Pflegestützpunkte in Niedersachsen sollen entsprechend beraten und unterstützen.

Als marktwirtschaftlichen Unsinn sieht Dr. Strobach die Honorarreform in Niedersachsen an, denn die Schieflage der Honorierung von Facharzt zu Allgemeinarzt ist verstärkt worden. Es ist nicht zu verstehen, dass Fachärzte in der Stadt mit kleinen Praxen über die Kassenärztliche Vereinigung durch die großen Praxen auf dem Land gestützt werden. Durch das Regelleistungsvolumen werden die Landärzte in ihrem Arbeitswillen intensiv reguliert und begrenzt. Die Dokumentationswut der Krankenkassen tun ihr Übriges, um dem Arzt das Leben zu erschweren. Damit kann man niemanden in die Landarztpraxis auf das Land locken.

Die Notärztliche Versorgung auf dem Land soll in Niedersachsen durch die Kassenärztliche Vereinigung gestaltet werden, wobei Versorgungszentren an den jeweiligen Kliniken mit Notfallsprechstunde eingerichtet werden sollen. Dr. Strobach vermutet, dass dies für den Städtischen Raum sinnvoll sein könnte, aber auf dem flachen Land mit den großen Entfernungen ist dies für die Bevölkerung nicht zumutbar. Die Ärzte in der Samtgemeinde Uchte und in der Gemeinde Stolzenau wünschen sich ein Konzept, aus ihren Praxen heraus, den Notdienst zu verrichten. Sie haben mit mehr als 20 Ärzten beschlossen, dies Vorhaben zu organisieren und bis 2010 umzusetzen.  Staatssekretärin Dr. Christine Hawighorst wird bei der nächsten Zusammenkunft mit der Kassenärztlichen Vereinigung das Vorhaben der Südkreisärzte gemeinsam mit dem heimischen Landtagsabgeordneten Karsten Heineking unterstützen.